Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen – 20 Jahre nach den rassistischen Brandanschlägen von Mölln

 

Mölln, Mühlenstraße 9

Mölln ist einer der schrecklichen Orte rassistischer Gewaltverbrechen vor zwei Jahrzehnten. Drei Menschen starben am 23. November 1992 bei zwei Brandanschlägen jugendlicher Neonazis. Das Haus der Familie Arslan wurde von Neonazis mit Molotow-Cocktails angezündet. Bei dem Brandanschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 11jährige Ayse Yilmaz und Bahide Arslan ermordet.

Vor Mölln hatten rassistische Pogrome in Hoyerswerda (September 1991), Rostock-Lichtenhagen (August 1992) und in anderen Orten stattgefunden, nach Mölln eskaliert die mörderische rassistische Gewalt weiter mit einem Brandanschlag in Solingen im Mai 1993 und in Lübeck im Januar 1996. Opfer dieser eskalierenden Gewalt sind Flüchtlinge, AsylbewerberInnen, MigrantInnen.

Schon vor der Welle der offenen Gewalt wurde die Asylpolitik zum Thema gemacht und damit der Rassismus befeuert. Nach Rostock und Mölln wurde das Grundrecht auf Asyl bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Heute zeigt die rassistische Mordserie des NSU das menschenverachtende Gesicht der extremen Rechten.

Die unmittelbaren Opfer erfahren nicht nur Solidarität. Anfangs verdächtigte die Polizei Faruk Arslan persönlich, den Brandanschlag verübt zu haben. Dann suchte sie in der türkischen Bevölkerung Möllns nach den Tätern. Schließlich wurden die Täter Michael Peters und Lars Christiansen, die beide der neofaschistischen Skinhead-Szene angehören, gefasst. Im Dezember 1993 verurteilte sie das Oberlandesgericht Schleswig nach 47 Verhandlungstagen wegen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung zu Höchststrafen. Peters (damals 25) zu einer lebenslangen und Christiansen (damals 19) nach Jugendstrafrecht zu 10 Jahren Freiheitsstrafe.

Für die Überlebenden des Brandanschlags ist es wichtig, die Erinnerung zurück zu erkämpfen  an das Geschehene, an das Vergessene, an das Verschwiegene, an das unter den Teppich Gekehrte, an die Ursache und die Folgen, an das Davor und das Danach.

 

Gegen das Vergessen!

Mittwoch, 7. November 2012,
19:00 Uhr, Glockenhaus Lüneburg

 

Eine Veranstaltung mit einem Aktivisten der migrantischen Selbstorganistion, dem “Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992  und Ibrahim Arslan.

Der damals 7jährige wurde aus dem abgebrannten Haus nach dem Ende der Löscharbeiten gerettet. Seine Großmutter hatte ihn in ein nasses Tuch gewickelt und so retten können; seine Großmutter, seine Schwester und eine Cousine kamen in den Flammen um, andere Familienmitglieder wurden schwer verletzt.

Der Freundeskreis organisert für den 17. November 2012 eine Demonstration und im Anschluss ein Konzert zum Gedenken in Mölln:

www.facebook.com/GedenkenMolln1992 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Antifaschistischen Aktion Lüneburg / Uelzen und dem  Lüneburger Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus.

Die Einladung / der Flyer findet sich hier:

http://www.antifa-lg.de/docs/121107-a.pdf

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