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Aug 23

Bewegende Begegnung im Museum Lüneburg

Bereits im letzten Jahr sorgte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschist*innen (VVN/BdA) aus Lüneburg für einen ersten Besuch von Angehörigen von Ermordeten und Zeitzeug*innen des Massakers im weißrussischen Ozarichi.

Dort wurden von Teilen der 110. Infanteriedivision, die in Lüneburg aufgestellt wurde, mindestens 10.000 Menschen auf bestialische Weise umgebracht. Teils durch verhungernlassen, teils durch Waffengewalt – einfach sich selbst überlassen, ohne Schutz, mitten in einem bewaldeten Gebiet.

In diesem Jahr des zweiten Besuchs einer Delegation kamen 6 alte Männer und Frauen zu Besuch und konnten in knapp einer Woche in einem großartigen Besuchsprogramm in Schulen, der Universität und einer öffentlichen Veranstaltung in der Volkshochschule Lüneburg über ihre Erfahrungen und ihr lebenslanges Leiden an diesen schrecklichen Verbrechen berichten.

Um so erfreulicher war es dabei, dass ein großer Teil der Zuhörer*innenschaft aus Jugendlichen bestand – teils aus Schulen, im Rahmen des Unterrichts, teils aber auch –wie die anwesenden Falk*innen– aus eigenem Interesse und intrinsischer Motivation. Ebenso beeindruckend war, dass der gesamte Saal gefüllt war und noch zusätzliche Bestuhlung organisiert werden musste – und selbst diese reichte nicht; etliche Zuhörer*innen verfolgten den Abend im Stehen!

Als sehr bewegend wurden die Schilderungen aus dem Konzentrationslager von Klaudziya Staraverava und Ala Osipava von den Jugendlichen empfunden. Sie schilderten in genauer Erinnerung, was Ihnen an dieser Vernichtungsstätte geschah: “Das Lager war mit Stacheldraht umzäunt, überall lagen Minen. Es war März, es war kalt und wir schliefen unter freiem Himmel.”, so Klaudziya Staraverava, die damals ein acht Jahre altes Mädchen war.

Die als “Abend der Begegnung” geplante Veranstaltung schaffte mehr: Nicht nur Begegnung war möglich, sondern auch eine würdige Gedenkveranstaltung für die tausenden Opfer dieses von Deutschen geplanten und exerzierten Massakers.

Wir Falken bedanken uns bei der VVN/BdA und den Mitveranstalter*innen für diese sehr bewegende und würdige Veranstaltung.

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