Jugendarbeit unter Corona-Bedingungen – für die Öffentlichkeit kein Thema?

Pressemitteilung des Jugendverbands Sozialistische Jugend – Die Falken vom 19. Juni 2020

Spielende Kinder vor Corona…
©2016-2020 Georg Gunkel-Schwaderer

Jugendarbeit findet auch unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Krise statt – etwas anders und mit weniger Reichweite, aber die Jugendverbände in Stadt und Kreis geben sich gerade die größte Mühe, den Laden am Laufen zu halten.

Hilfreich dabei sind aber weder die Maßgaben des Landes Niedersachsen, die gerade für die Jugendarbeit und -verbände deutlich strengere Regeln und zögerlichere Lockerungen als in anderen Bereichen vorsehen, noch Medien, wie die Landeszeitung, für die anscheinend Jugendarbeit kein Thema zu sein scheint oder schlicht nicht stattfindet.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden in den verschiedenen Medien seitenweise beschrieben, auch Sportvereine werden gelegentlich mit Artikeln bedacht. Jugendarbeit aber hat ebenso mit den Auswirkungen der Covid19-Krise zu kämpfen, sind doch die meisten Vereine und Verbände wirtschaftlich schon seit Jahren nicht mehr in der Lage, große, coronataugliche Räumlichkeiten vorzuhalten, in denen die Abstandsregelungen einzuhalten wären. Der Stadtjugendring Lüneburg e.V. hatte jüngst in einer Pressemitteilung bereits auf diese prekäre Situation und die wichtige Rolle der außerschulischen Jugendarbeit – gerade in Corona-Zeiten – versucht aufmerksam zu machen (siehe www.stadtjugendring-lueneburg.de/jugendarbeit-ist-fuer-kinder-und-jugendliche-systemrelevant-vor-allem-in-corona-zeiten/).
Daher planen einige Jugendzusammenschlüsse gerade, ihre Gruppenstunden unter freiem Himmel zu veranstalten und dafür geeignete Hygienekonzepte zu entwickeln.
„Aber ein Dauerzustand kann dies natürlich nicht sein“, so Emma Goroncy, 17-jährige Ortsverbandsvorsitzende des Jugendverbands der Sozialistischen Jugend – Die Falken in Lüneburg. „Wenn wir davon ausgehen, dass das Virus uns auch noch in einem Jahr beschäftigt, ist abzusehen, dass allerspätestens dann, wenn es wieder kalt wird, mit dem Open-Air-Programm Schluss ist. Und was dann?“ ergänzt eine der Bezirksvorsitzenden, Madita Zilien (ebenfalls 17) aus Lüneburg.

Lösungen zu finden, die auf Langfristigkeit angelegt und coronatauglich sind, wird schwer. Es wurde zwar mit der Stadt Kontakt aufgenommen, aber Problembewältigungen sind noch nicht in Sichtweite.

Jugendverbände, wie die Falken, sind außerdem zur substanziellen Finanzierung auf Bildungsveranstaltungen angewiesen, die derzeit nur in sehr veränderter und deutlich schwächer belegt, elektronisch stattfinden können. „Hier bricht uns auf Dauer eine überlebenswichtige Stütze unserer Finanzierung weg“, betont auch Sarah Kaufmann, eine der beiden Vorsitzenden im Falken-Unterbezirk Nordniedersachsen, zu dem Lüneburg als Sitz gehört.

Verzweifelt und ratlos macht die Situation auch andere Jugendverbände. Und so lange dies auch noch von den Medien als unwichtig abgetan wird, findet noch nicht einmal eine öffentliche Diskussion darüber statt.

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