Nov 16

Trojaner am Mahnmal – Volkstrauertag ist kein Heldengedenktag!

Pressemitteilung der Sozialistischen Jugend – Die Falken Lüneburg

Lüneburg, den 16.11.2018

Morgens früh, wir schlagen die Zeitung auf und müssen mit Bestürzen feststellen, dass die AfD am kommenden Sonntag, dem Volkstrauertag, in Lüneburg an der Gedenkfeier, am Mahnmal für die Opfer des Faschismus teilnehmen will. Einem Mahnmal was die AfD als „Mahnmal der Schande“ ansieht.

Wir Falken stellen uns entschieden gegen die Entscheidung der Stadt den Volkstrauertag zu einem Staatsakt zu deklarieren und ihn so zu einer Bühne für die AfD zu machen. Eine Partei, die diesen Tag nicht als Volkstrauertag, sondern als ihren Heldengedenktag feiert. Als Gedenktag für Wehrmachtssoldaten des Hitler-Regime, die unsagbares Leid und Verwüstung über die Welt brachten und Völkermorde vorbereiteten und mit verübten. Wir sind der Meinung, dass diese Soldaten keine Helden sind und das Dritte Reich auch kein „Vogelschiss in der 1000-jährigen Geschichte Deutschlands“ ist. Diese grausamen Verbrechen dürfen nicht vergessen werden und schon gar nicht dürfen sie von der AfD, einer braunen Partei mit blauem Anstrich, verherrlicht werden.

Es ist für uns unverständlich, dass die Antifaschistische Aktion die sich tagtäglich für Menschenrechte und gegen Nazis, sogenannte Patriot*innen und „Besorgte Bürger*innen“ einsetzt –ein Einsatz also, wie er immer wieder in den Sonntagsreden von Mädge, Weil, Steinmeier, Merkel und vielen anderen gefordert wird– durch die förmliche Einladung der AfD diffamiert wird. Die Antifa setzt sich tagtäglich für das ein, was die Politiker*innen so oft ansprechen, aber nur selten umsetzten. Als „Dank“ dafür werden sie diffamiert und schlechtgeredet. Wir wünschen uns von der Lüneburger Politik, dass sie mit denen zusammenarbeitet, die die Demokratie schätzen und schützen, für Menschenrechte und gegen Faschismus einstehen und nicht mit Parteien, die sich gegen die Demokratie und die Menschenwürde stellen. Wie geschichtsvergessen muss die heutige SPD sein, dass sie einer rechtspopulistischen Partei durch die Deklarierung des Volkstrauertags als Staatsakt eine Bühne anbietet und so den sich ausbreiteten Rechtstendenzen Aufschwung gibt. Es ist der SPD unwürdig, dass sie im Trojanischen Pferd eines Staatsaktes die AfD in die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag einschleust. Wir fordern die Ratspolitiker*innen auf, keine weiteren Sonntagsreden über Zivilcourage und Engagement gegen Rechts zu halten, wenn sie selbst mit dieser Quasi-Einladung dagegen verstoßen.

Die Lehren aus dem Nationalsozialismus sind für uns, dass wir es nicht noch einmal zulassen dürfen, dass Nazis, Rechtspopolist*innen und „Besorgte Bürger*innen“ die Lüneburger Straßen für sich erobern.

Deshalb rufen wir alle Lüneburger*innen auf, sich am Volkstrauertag mit uns gemeinsam am „Mahnmal für die Opfer des Faschismus“ einzufinden und der AfD deutlich zu machen, dass hier nicht ihr Gedenkort ist.

Sep 11

Nazi-Anschlag auf Geflüchtetenunterkunft in Postmoor: “Die Betroffenen schweigen nicht, sie werden ignoriert”

Pressemitteilung der Falken Niederelbe zum Überfall auf die Geflüchteten im Postmoor (14.08.18)

SJ – Die Falken Niederelbe·Dienstag, 14. August 2018
 
Zur Relativerung und Umdeutung eines fremdenfeindlichen Angriffs In der Nacht auf den 08.08.2018 wurde die Geflüchtetenunterkunft in Bliedersdorf Ziel eines koordinierten Angriffs. Ein Schauer Ziegelsteine traf das Haus und durchschlug mehrere Fenster. Danach stürmten die Angreifer die Unterkunft und griffen die Bewohner mit Messern an. Dann flohen sie. Eine Geflüchteter wurde, von Messern getroffen, stark blutend ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Angriff selbst ist schon als schlimm genug anzusehen und eigentlich hatten wir nur vor dazu eine Solidaritätserklärung zu veröffentlichen. Die nachfolgende Entwicklung veranlasste uns nun aber diese PM zu verfassen, um daraüberhinaus auf eklatante Verfehlungen der Polizei und (Lokal-)Presse hinzuweisen. Wir standen seit der Tatnacht mit Bewohnern der Unterkunft und Zeug*innen des Vorfalls in Verbindung und die bisherigen öffentlichen Darstellungen stellen sich als unhaltbar dar.
 
Unsere Kritik beginnt bei der Polizei, da diese die einzigen zu sein scheinen, die überhaupt selbst zu dem Überfall recherchiert haben, während alle anderen Veröffentlichungen lediglich aus dem Polizeibericht zitieren. Äußerst problematisch erscheint die erfolgte selektive Wiedergabe von Zeugenaussagen (der Bewohner). So wurden zwar Täterbeschreibungen veröffentlicht, jedoch der Hinweis auf fremdenfeindliche Parolen ignoriert. Wir haben persönlich mehrfach mit den Zeugen des Vorfalls gesprochen, diese gaben u.a. den erfolgten Ausruf: “Ich ficke alle Ausländer!” zu Protokoll. Auf Nachfrage wiesen sie daraufhin, dass dies auch den ermittelnden Beamten gegenüber ausgesagt wurde. Der Angriff wurde so seiner politischen, fremdenfeindlichen Dimension* beraubt, er wurde von Beginn an tendenziös dargestellt. Dem saß die Lokalpresse allzu schnell auf. Bisheriger negativer Höhepunkt war ein Artikel der “Kreiszeitung WOCHENBLATT” unter dem Titel “Überfall auf Flüchtlingsunterkunft: Polizei geht nicht von Fremdenfeindlichkeit aus”, vom 10.08.2018. Nicht nur wird der ganze Ablauf bagatellisiert (Steine “gegen das Haus” – statt durch die Fenster, “leicht verletzt” – statt stark blutend im Krankenhaus), auch wurde das Narrativ der Polizei (“Polizeisprecher Rainer Bohmbach sagt auf WOCHENBLATT-Nachfrage allerdings, dass nicht von einem fremdenfeindlichen Angriff ausgegangen werde.”) noch durch tendenziöse Fantasie ergänzt, sodass man nach alleiniger Lektüre dieses unsäglichen WOCHENBLATT-Artikels den Schluss ziehen müsste, hier handle es sich um einen krassen Fall von “Ausländerkriminalität”.
 
Fassungslos macht in diesem Kontext dann auch folgender Satz: “Die Betroffenen hüllen sich offenbar in Schweigen. ” Die Betroffenen schweigen nicht, sie werden ignoriert. Als wir vor Ort waren, waren sie jedesmal äußerst gesprächsbereit und gaben uns damit eigentlich erst den Anlass, diese PM zu schreiben. Die “Journalisten” beim WOCHENBLATT scheinen es aber nicht für nötig zu halten, selbst vor Ort zu recherchieren und nutzen diese Tatsache sogar noch um sie gegen die Angegriffenen zu wenden. Und auch die Polizei gibt zwar Verlautbarungen der Betroffenen wieder, aber auch nur jene die ihre äußerst fragwürdige Ermittlungshypothese nicht in Frage stellen.
Wir fordern eine sofortige Richtigstellung seitens des WOCHENBLATT und eine Begründung der Polizei, warum die Zeugenaussagen derart selektiv wiedergegeben wurden. Für uns liegt der Verdacht nahe, dass hier im vorauseilenden Gehorsam unbequeme Auseinandersetzungen mit dem Thema “Fremdenfeindlichkeit” und Gewalt gegen Geflüchtete in der Region ausgeklammert werden sollten. Seitens Teilen der Lokalpresse besorgt uns zudem die eklatante Missachtung grundlegendster journalistischer Standards. Zudem verweisen wir auf die von uns erstelle Chronik rechter Übergriffe in der Unterelberegion, deren schierer Umfang allen klarmachen sollte, wie drängend eine ernsthafte und konsequente Auseinandersetzung mit dem ausufernden Problem ist!
 
*Weitere starke Indizien für diese wären zudem das symbolträchtige Datum “8.8.” (88 steht in der rechten Szene für “Heil Hitler”), sowie die Zerstörung und anschließendes Anzünden einer mit antifaschistem Graffiti bemalten Holzwand, am nahegelegenen Baggersee in unmittelbarer Nähe zur Unterkunft – zeitlich, wie räumlich (das ergaben einige wenige Gespräche mit Anwohner*innen).
 
P.S.: Es gibt einen Unterschied zwischen Rassismus nationalsozialistischer Prägung, welcher einen “dunkelhäutigen” Menschen vermutlicht wirklich in jeder Hinsicht ausgeschloßen hätte und “einfacher” Fremdenfeindlichkeit, welche auch ohne konsequenten Verweis auf Rasse & Ethnie auskommt. Einige schwarze AfD’ler sind doch ein schönes zeitgenössisches Beispiel für letzteres.
 

 

(Quelle: Falken OV Niederelbe, Facebook-Auftritt: https://www.facebook.com/notes/sj-die-falken-niederelbe/pressemitteilung-der-falken-niederelbe-zum-%C3%BCberfall-auf-die-gefl%C3%BCchteten-im-post/2134862623419227/)

Sep 01

1. September – Antikriegstag in Lüneburg

Bei strahlendem Sonnenschein kamen heute gut 500 Menschen im Lüneburger Clamartpark zur Demonstration anlässlich des Antikriegstags zusammen. In zahlreichen Redebeiträgen wurden hierzu Bezüge zu einem Netz aus Themen hergestellt, die eines gemeinsam haben: Der Krieg ist längst im Gange! Ob nun als “heißer” Krieg mit Kriegswaffen, wie in Syrien oder als destabilisierter Konflikt, der immer wieder auch waffengewaltig wird, wie in Afghanistan oder dem Irak oder direkt vor unserer “Haustür” im Mittelmeer. Dort sterben täglich unzählige und viel zu viele Menschen, die nur eines wollen: LEBEN!

In den Redebeiträgen wurden Bezüge hergestellt, zu Kurdistan, zur unsicheren Situation in Afghanistan, zur meist totbringenden Flucht aus Afrika über das Mittelmeer aber auch zur Situation des immer weiter um sich greifenden Rechtsnationalismus und faschistoiden Parteien, sowie dem rechten Mob, der sich an immer mehr Orten blicken lässt.

So zahlreich die Redebeiträge und Problembeschreibungen, so vereint waren aber auch in allen Redebeiträgen die Appelle, jetzt auf- und zusammenzustehen, um der Rechtsentwicklung, sowie dem immer schärfer werdenden Konflikt zwischen Sicherheit und Demokratie gemeinsam entgegen zu wirken. Stellvertretend für diesen Punkt stand der Redebeitrag zum neuen, geplanten Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsgesetz (NPOG).

Hierzu wird es eine eigene Großdemo in einer Woche, am 08. September 2018 in Hannover geben!

Aug 27

Aufstehen gegen Rassismus – Festival in Uelzen 2018

Auch von Schietwetter lassen sich die Falken nicht abschrecken… So ungefähr war unser Gefühl, als wir unseren Stand auf dem Festival aufgebaut hatten und unsere Henna-Tattoo-Aktion für die wir vorher schon einiges vorbereitet hatten, startete…

Dank des DGB hatten wir sogar einen richtig wetterfesten, trockenen Platz zwischen der Bürgerinitiative Unweltschutz Lüchow-Dannenberg (“BI” und Treffort der Falken in Lüchow!) und dem Pavillon von ver.di.

Die Gewerkschafter*innen versorgten uns mit leckerer Pizza und heißem Kaffee – dafür ein ganz dolles Danke!!!

Das Festival war ein wirklich gelungenes Event und in so ätzenden Zeiten von AfD, Pegida, bis hin zu fast täglichen rassistischen Übergriffen auf geflüchtete MENSCHEN, war es bei guter Musik ein tolles Gefühl, so viele Gleichgesinnte zu treffen und mit ihnen zu feiern.

Unsere Henna-Tattoos kamen übrigens richtig gut an – und nicht nur bei Kindern!!!

Hey Uelzen – bis spätestens nächstes Jahr beim 4. Aufstehen gegen Rassismus – Festival!!!

Aug 23

Bewegende Begegnung im Museum Lüneburg

Bereits im letzten Jahr sorgte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschist*innen (VVN/BdA) aus Lüneburg für einen ersten Besuch von Angehörigen von Ermordeten und Zeitzeug*innen des Massakers im weißrussischen Ozarichi.

Dort wurden von Teilen der 110. Infanteriedivision, die in Lüneburg aufgestellt wurde, mindestens 10.000 Menschen auf bestialische Weise umgebracht. Teils durch verhungernlassen, teils durch Waffengewalt – einfach sich selbst überlassen, ohne Schutz, mitten in einem bewaldeten Gebiet. Weiterlesen »

Aug 13

Überlebende der Todeslager Ozarichi besuchen Lüneburg

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) Kreisvereinigung Lüneburg informiert in einer Pressemitteilung über den von ihr und dem AK Erinnerungskultur organisierten Besuch einer Delegation von Überlebenden des Todeslagers bei Ozarichi (Weißrussland). Wir geben hier die ungekürzte Pressemitteilung wieder:

Presseerklärung, 13. August 2018

Überlebende der Todeslager bei Ozarichi besuchen Lüneburg

Die Ozarichi-Delegation aus dem letzten Jahr (Quelle: VVN-BdA KV Lüneburg)

Als Kinder wurden sie Opfer eines der schwersten Verbrechen der Wehrmacht gegen Zivilisten überhaupt“. So bezeichnet der Historiker D. Pohl die 1944 bei Osaritschi (Belarus) errichteten Todeslager. Maßgeblich an diesem Kriegsverbrechen beteiligt: Die Lüneburger 110. Infanteriedivision. 74 Jahre später besuchen jetzt sechs Überlebende dieser Lager die Stadt, von der die Katastrophe einst ausging.

Mit ihrem Besuch folgen die drei Frauen und drei Männer im Alter zwischen 72 und 86 Jahren einer Einladung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) Lüneburg und des Arbeitskreises Erinnerungskultur an der Leuphana-Universität. „Mit unserer Einladung wollen wir den Opfern der NS Terrortaten die ihnen zustehende Wahrnehmung einräumen und die historischen Tatsachen ins Blickfeld rücken“, so Ulrike Waltemade, eine der Organisatorinnen des Besuches.

Zu diesen lange verdrängten Tatsachen gehört, dass die Wehrmacht 1940 u.a. in Lüneburg die 110. Infanteriedivision aufstellte. Von Anfang an beteiligte sich diese Einheit am deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Nahe der weißrussischen Ortschaft Osaritschi errichtete sie gemeinsam mit zwei anderen Divisionen im März 1944 einen Lagerkomplex, der als Todeslager diente. Dorthin deportierten die deutschen Soldaten rund 50 000 Zivilisten: Mütter kleiner Kinder, Kinder, Alte, Arbeitsunfähige, Typhuskranke – im Wehrmachtsjargon allesamt „nutzlose Esser“. Wer nicht schon während der Selektion und der Gewaltmärsche erschlagen oder erschossen wurde, den trieben die Soldaten in ein vermintes Sumpfgebiet ohne jeglichen Schutz durch Gebäude. Dort ließen die Soldaten ihre Opfer planmäßig verhungern, erfrieren und an Thyphus sterben.

Genaue Zahlen der durch dieses Massaker umgebrachten Menschen lassen sich kaum ermitteln. Während weißrussische Quellen von bis zu 20.000 Toten sprechen, werden allgemein etwa 9.000 Tote genannt. Auf Basis dieser Zahl geht der Historiker Christoph Rass „von bis zu 3.600 Todesopfern im Bereich der 110. Infanteriedivision“ (Gutachten 2017) aus. Wer diese Lager überlebte, verdankt seine Rettung der Roten Armee, die die Todeslager zügig befreien konnte.

Nach solchen schlimmen Erfahrungen mit Deutschland und Deutschen betrachten es die Gastgeber in Lüneburg alles andere als selbstverständlich, dass Überlebende der Todeslager jetzt die Einladung nach Lüneburg annahmen. Peter Raykowski von der VVN dazu: „Unsere heutigen Besucher und Besucherinnen waren damals Kinder. Selbst dem Tod knapp entronnen, haben sie neben sich Geschwister, Mütter oder Großeltern sterben sehen. Die Todeslager werden ihr ganzes Leben bestimmt haben. Für uns ist ihr Kommen eine großzügige Friedensgeste!“

Ein prekäres Faktum überschattet den Besuch der Überlebenden in Lüneburg: Am Gralwall steht ein nach dem 2. Weltkrieg errichtetes „Ehrenmal“ für die toten Soldaten der ehemaligen 110. I. D. Die von den Infanteristen Gequälten und Getöteten blendet das Denkmal aus. 1960 hat die Stadtverwaltung dieses Denkmal amtlich in ihre Obhut genommen – wovon sich die politischen Gremien bis heute nicht offiziell distanziert haben.

Die Besucherinnen und Besucher aus Belarus werden sich vom 21. bis 26. August in Lüneburg aufhalten. Ein vielfältiges Besuchsprogramm soll den Gästen interessante Begegnungen und Eindrücke ermöglichen. Höhepunkte sind u.a. eine russisch-sprachige Führung durchs Salzmuseum; der Rathausempfang durch Oberbürgermeister Mädge (22. 8.) und ein öffentlicher „Abend der Begegnung“ im Foyer des Lüneburger Museums (22. 8. ab 19 Uhr). Am 23. 08. Wird die Reisegruppe in der Leuphana-Universität empfangen – dem Ort, wo einst die Ersatztruppen der 110. I.D. stationiert waren. Für Freitag, 24.08., ist ein Besuch der Berufsbildenden Schule (BBS) Winsen mit Zeitzeug_innengesprächen geplant. Am 25.08. steht ein Ausflug nach Hamburg mit Hafenrundfahrt und Besuch des Gedenkortes „denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ auf dem Programm, bevor die Gäste dann am 26. 8 über Frankfurt wieder zurück in ihre Heimat reisen.

 

Jul 28

Kraftvolle Demo für Seerettung – trotz erbarmungsloser Hitze

Am heutigen Samstag kamen mindestens 500 Menschen in der Lüneburger Innenstadt zu einer Demonstration zusammen. Ihr Anliegen: Seenotrettung darf nicht als Straftat hingestellt und diffamiert werden, während die Staaten Europas die Menschenrechte mit Füßen treten und Flüchtende Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen – das ist das wirkliche Verbrechen!

Ein breites Bündnis hatte zur Demo, mitten in der Ferienzeit eingeladen und trotzdem kamen so viele Menschen und drückten damit ihren Groll über die Abschottungspolitik und die widerwärtige Polemik von Rechts zum Thema Menschenrechte und Geflüchtete machtvoll aus.

Es ging vom Clamart-Park über den Platz am Sande durch die Innenstadt zum Marktplatz, wo jeweils Zwischenkundgebungen in sengender Mittagshitze, bei ca. 37°C stattfanden.

Zurück demonstrierten die Aktiven durch die Neue Sülze und die Wallstraße, zurück zum Clamart-Park, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Anschließend, die Teilnehmer*innen waren vermutlich bereits wieder zuhause, brach dann ein Unwetter über Lüneburg herein und brachte Abkühlung.

Jun 20

Falken aus Lüneburg demonstrieren und feiern mit Geflüchteten…

In Horst/Nostorf, das liegt in Mecklenburg-Vorpommern, unweit vom schleswig-holsteinischen Lauenburg, fand am letzten Wochenende eine Kundgebung für Bleiberecht sowie anschließend ein Sommerfest mit den Geflüchteten an der Erstaufnahmeeinrichtung statt. Bei bestem Wetter hatten die Organisator*innen und unterstützenden Organisationen alle Hände voll zu tun.

Der Kleidertausch wurde sehr gut angenommen und die vielen Kinderaktivitäten vom Spielmobil des Landesjugendrigs Mecklenburg-Vorpommern, dem Falken-Flitzer aus Hamburg und nicht zuletzt uns Falken aus Lüneburg brachten den Kindern unglaublichen Spaß.

Hintergrund für das Sommerfest und die damit verbundenen Redebeiträge ist die für die Geflüchteten sehr belastende Unterbringung unter zum Teil sehr unmenschlichen Bedingungen. Die Aufnahmeeinrichtung ist weit entfernt von jeglicher Infrastruktur, sie ist nahezu abgeschottet für Helfende und die dort untergebrachten Menschen beklagen eine nahezu komplette Isolation.

Insofern sind solche Möglichkeiten, wie dieses Sommerfest, eine willkommene Abwechslung für die dort leben müssenden Menschen.

Alle sind sich dabei einig: Solche Isolation ist für keinen Menschen gut und muss sofort abgeschafft werden. Menschen brauchen Kontakte, zumal nach existenzbedrohender Flucht!

Hier ein paar Eindrücke von diesem, für alle, schönen Tag:

Jun 12

Rechte Schöffen auf Liste in Lüneburg. Netzwerk gegen Rechts ruft auf…

Einspruch: Nie wieder Nazis auf Richterbänken! Für ein Recht der Menschenwürde

In seiner Sitzung vom 31. Mai hat der Stadtrat mit seiner Mehrheit zwei bekannte Lüneburger extreme Rechte als Gerichts-Schöffen empfohlen. Die Verwaltung legte die Liste der Schöffen vor, anscheinend ohne Prüfung der Verfassungstreue und unter Missachtung voriger Hinweise. Beide Personen wirken seit vielen Jahren aktiv und öffentlich erkennbar in der extrem rechten-Szene. Der Stadtrat hat von Rechts wegen die Verpflichtung, über die Eignung der jeweiligen Bewerbenden des Schöffenamts zu entscheiden, winkte diese aber in seiner Mehrheit durch. Jetzt liegt die Liste zur Prüfung beim Amtsgericht. Wo der Rat der Hansestadt Lüneburg versagt hat, müssen wir handeln: Wir rufen alle in Lüneburg lebenden Menschen dazu auf, nicht zu schweigen, sich zu wehren und mit uns Einspruch zu erheben!

Bei den beiden Schöffenkandidaten handelt es sich um den Neonazi Holger Schwarz sowie Teja Lechel. Schwarz bewegt sich seit Jahren in regionalen Nazistrukturen und war aktives Mitglied in der NPD, in der Partei „Die Rechte“ und engagierte sich in der NPD-nahen UWL als stellvertretender Vorsitzender. Lechel war in den in der DVU aktiv, nahm an Treffen des extrem rechten „Sozialpatriotischen Bündnis Lüneburg“ teil und besuchte Aufmärsche der NPD. Seit längerem versuchen immer wieder dem Nationalsozialismus nahestehende Personen mit ihrer von Menschenhass geprägten Ideologie, sich als Schöffen zu bewerben, um Einfluss auf den Rechtsstaat zu nehmen.

Im Nationalsozialismus wurde das Recht als Unrecht gegen die Menschenwürde, die Demokratie für diktatorischen Machterhalt, juristische Willkür und Mord missbraucht. Die Justiz wurde formal abgeschafft, politisch Unliebsame kamen ins KZ, hunderttausende wurden zwangssterilisiert, Zwangsarbeit wiedereingeführt, Euthanasie-Morde für rechtens erklärt und Millionen von Jüdinnen und Juden verloren gänzlich ihre Rechte bis hin zu ihrer systematischen Ermordung. Wer sich auf diese Zeit, auch nur in Teilen, positiv bezieht, befindet sich in Gegnerschaft zu den allgemeinen Menschenrechten, dem Grundgesetz und dem darauf aufbauenden Rechtsstaat. Solche Personen sind eine Gefahr für uns alle und gehören nicht auf die Richterbank.

An all jene die den Opfern des Faschismus gedenken, an all jene die lernend aus 1945 „Nie wieder!“ sagen und an all jene die nicht wollen, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung, Geschlecht, Behinderung oder politischen Überzeugung durch rechte Schöffen bedroht werden, richtet sich daher dieser Aufruf:

Unterstützt das Netzwerk gegen Rechts und erhebt mit uns zusammen bis zum 18. Juni Einspruch beim Amtsgericht Lüneburg um die Ernennung von Teja Lechel und Holger Schwarz zu verhindern!

Mai 21

Falken mit Stand beim Coraci-Festival

Die Falken aus Lüneburg und Bleckede hatten ihren Stand schon früh aufgebaut, beim diesjährigen Coraci-Festival. Bei einem attraktiven LineUp und bestem Wetter konnten hier –zusammen mit der Basisgruppe “Lernfabriken …meutern”, in dem wir Falken aktiv sind– Taschen und mitgebrachte T-Shirts gestencilt, Buttons gemacht und tolle Sticker unserer gerade angelaufenen Bundeskampagne “Wir Falken – Dein Widerstand” eingesammelt werden.

Ein total schöner, sonniger Falken-Samstag bei geiler Musik, bester Stimmung und viel Arbeit für diejenigen, die den Stand betreut haben…

 

Alle Fotos: © 2018 MZ und GGS

 

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