Edathy: Ganztagsschule gegen Rechts

Die Falken in Nordniedersachsen entgegen:
Ausdehnung der Schule auf den ganzen Tag und das auch noch flächendeckend bedeutet bildungskonzeptionelle Einfalt!

Am letzten Mittwoch konnte das Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechtsextremismus auf Einladung der SPD-Lüneburg den MdB Sebastian Edathy begrüßen. In dem fast zweistündigen Gespräch, was in der zweiten Hälfte um die Fragen und Statements der zahlreichen Gäste erweitert wurde, äußerte sich Herr Edathy auch zu Lösungsstrategien (zu hören im Falken-PodCast auf der Seite des Netzwerkes).

Bezogen auf den Zulauf und Einbindung von Jugendlichen in die NPD sagt Edathy wörtlich: „…das ist halt sehr problematisch, weil das halt eben meistens Fälle sind, wo (…) die Verantwortung der demokratischen Gemeinschaft, sich um das Hineinwachsen von Kindern und Jugendlichen in unsere Gemeinschaft zu kümmern, weil das da nicht funktioniert hat. Und deswegen bin ich auch übrigens der festen Überzeugung, dass es eigentlich, neben vielen anderen Möglichkeiten die man sinnvoll was tun könnte, gegen Demokratiefeindlichkeit in Deutschland, eine wichtige Maßnahme ist, die Einführung von flächendeckenden Ganztagsschulen. Ganz einfach – um einfach sicher zu stellen, dass unabhängig von der sozialen Herkunft der Kinder, sichergestellt wird, dass die bis zum Nachmittag was Vernünftiges tun!

„Gut gemeint, Herr Edathy“ könnte man erwidern, „aber gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut!“.

Denn aus Sicht der Jugendverbände, kann einem pluralen Gemeinwesen nicht daran gelegen sein, einem Bildungskonzept den absoluten Vorrang zu geben. Jugendverbände sind wichtige Säulen der Demokratie, durch ihre „Schule“ sind die ganz überwiegende Mehrheit aller gewählten ParlamentariererInnen gegangen.

Das Lernen in Jugendverbänden sieht zugegebener Maßen deutlich anders aus, als im System Schule – aber genau hierin stecken die Stärken von Jugendverbänden und der Jugendverbandsarbeit und im Übrigen auch großer Teile der (offenen) Jugendarbeit.

Informelles Lernen – lernen an allen Orten, Lernen mit allen Sinnen und lernen zwischen allen sozialen Schichten. So könnte man Jugendverbandsarbeit auch beschreiben.

Die Krux der Sache ist, dass mit dem Ausbau der Ganztagsschulen außerschulische Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit nahezu unmöglich gemacht wird. Sie kann sich bestenfalls dann noch am Abend oder am Wochenende abspielen, für Kinder ausschließlich am Wochenende, da die Abende sich für diese Altersgruppe ausschließen.

Das gleichzeitige und seit Jahren anhaltende Eindampfen oder gar Abschaffen von Förderungen für Jugendarbeit / Jugendverbandsarbeit schwächt diese von uns als wichtige Säule der Demokratie angesehene Tätigkeit zusätzlich.

Fiele die Jugendarbeit/Jugendverbandsarbeit weg, würde sich Lernen und die Identifikation von Bildung nur noch auf das System Schule stützen. Ein plurales System von Lernorten und -ansätzen wäre mutwillig zerstört.

 

Lernen braucht Wechsel

Je abwechslungsreicher Lernorte, Lerngegebenheiten und -gelegenheiten aber auch personelle Lernbezüge sind, desto weniger können Stigmatisierung und Festschreibungen auf eine spezifische Rolle platzgreifen. Soll heißen: wenn jemand in der Schule zum „Looser“ deklassiert ist, kann er in anderen Bezügen und an anderen Lernorten plötzlich mit außergewöhnlichen Leistungen und Fähigkeiten glänzen.
Je mehr jedoch diese Möglichkeiten auf einen Ort begrenzt wird, desto wahrscheinlicher sind Festschreibung und Stigmatisierung.

Jugendverbände wissen dies seit langer Zeit und bieten daher alternative Bildungskonzepte, Begegnungen und Aktivitäten, die die Kinder und Jugendlichen nicht zu „TeilnehmerInnen“ oder „SchülerInnen“ degradiert, sondern in ihnen selbstverantwortliche AkteurInnen sehen und sie darin unterstützen.

 

Rechte Lagerfeuerromantik entkräften – durch Schule?

Die neofaschistischen Angebote im Jugendbereich bestehen zunächst in bei Jugendlichen angesagten Aktivitäten, von Musik bis hin zu Lagerfeuerromantik und Erlebnis. Diese werden dann Stück für Stück auf perfide Weise mit der Einführung in die menschenverachtende Ideologie verknüpft, die die Jugendlichen zunächst nicht als verpflichtend oder übertrieben erleben. Dabei wird die Rebellion des Jugendalters ausgenutzt, sich den vordergründigen Anstrich zu geben, sich gegen die Verlogenheit und Ungerechtigkeit der Gesellschaft aufzulehnen.

In der Frage von Konzepten gegen die rechte Lagerfeuerromantik und das Infiltrieren demokratiefeindlicher Gesinnung kann aber Schule, als Institution, die gleichzeitig Bewertungs- und zum Teil Ausgrenzungsinstanz ist –und vielleicht ausgerechnet von den Jugendlichen, die sich von neofaschistischen Angeboten angesprochen fühlen, selbst als Hort der Ungerechtigkeit empfunden wird– nur schwerlich helfen.

Demokratische Jugendverbände mit ihrem sich davon deutlich unterscheidenden Bildungsansatz können dagegen selbstbewusst als Gegenwerte Lagerfeuerromantik mit Demokratiebildung, Selbstverantwortung und -verwaltung sowie Erlebnispädagogik verbinden. Die Freiwilligkeit der Aktivitäten von Jugendverbänden ist hierbei eine Stärke, die zu intrinsischer Motivation beiträgt und das Verantwortungsbewusstsein von jungen Menschen fördert.
„Man arbeitet für sich und in voller Einsicht in die Notwendigkeit, nicht weil einem jemand sagt, dass dies und jenes getan werden muss, oder weil es dafür eine bessere Note gibt!“, so ließe sich eine Jugendliche eines Jugendverbandes zitieren.

Die Alternative zur braunen Menschenverachtung lautet also aus unserer Sicht nicht: Schule, Schule, Schule, sondern Demokratie, Selbstverantwortung und gesellschaftliches Engagement leben und erleben. Dies geht nur begrenzt in und aus einer Institution Schule heraus! Und: Es kostet die Gesellschaft unter anderem auch Geld, was an anderer Stelle ausgegeben wird.

Wie hieß es denn auch folgerichtig neulich auf einem Transparent: „Wäre Bildung eine Bank, Ihr hättet sie schon lange gerettet!“ – Man möchte fragend hinzufügen: „Ist Bildung nicht wenigstens so ’systemrelevant‘ wie die Hypo Real Estate?“

 

Jugendverbände bedeuten (Bildungs-) Vielfalt!

Die Vielfalt bekämpft die Einfalt!!!
Aber leider bekämpft die Einfalt derzeit auch die Vielfalt!!!

Netzwerk gegen Rechtsextremismus erfährt großen Zuspruch

Nach eineinhalb Wochen Aktionen und Veranstaltungen gegen (Neo-) Nazis kann das Bündnis eine sehr erfreuliche Bilanz ziehen.
Die  durchgeführten Informationsveranstaltungen und Kundgebungen waren durchweg gut besucht und die Stimmung in der Stadt ist, eine Woche vor dem geplanten Aufmarsch der Braunen, sehr positiv und fast schon entschlossen zu nennen.
Dies ist ein gutes Signal für die Gegenveranstaltungen und vor allem für die Demokratie!!!

„Wenn das so weiter geht, werden die Nazis hier in Lüneburg kein Bein an die Erde bekommen.“ so Georg Gunkel-Schwaderer von den Falken, die im Bündnis/Netzwerk tatkräftig mitarbeiten.

Die letzte Etappe auf dem Weg zum nächsten Wochenende bilden nun folgende Veranstaltungen:

Der gesamte Veranstaltungskalender ist nach wie vor als PDF-Dokument auch herunter zu laden bei „inklusive menschenrechte„:

Datum  Beschreibung  Ort 
So, 05.04.09, 11:00 Uhr Stadtrundgang: Stolpersteine in Lüneburg – Erinnerung an Lüneburger Opfer des Nationalsozialismus Geschichtswerkstatt / DGB-Haus, Heiligengeiststraße 28
So, 05.04.09  Im Anschluss an den Stadtrundgang: Diskussionsrunde  VHS-Lüneburg, Haagestr. 4
Mo, 06.04.09, 19:00 Uhr Film: Spuren Suchen
Ein Dokumentarfilm über Lüneburg zur Zeit des Nationalsozialismus. Eine Produktion des Medienzentrums der Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Lüneburg.
Kath. Kirchengemeinde St. Marien,
Friedenstraße 8
Di, 07.04.09, 19:00 Uhr Gesprächsrunde über Rechtsextremismus
Mit der bundespolitischen Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, Monika Lazar von Bündnis 90/ Die Grünen und Mitgliedern des Lüneburger Bündnis für Demokratie/ Netzwerk gegen Rechtsextremismus.
Leuphana Universität, Hörsaal 3
Mi, 08.04.09, 18:00 Uhr Gedenkveranstaltung: „Alles was vergessen wird, geschieht“ Vor dem Kalandhaus in der Kalandstraße
Sa, 11.04.09, 10:00 Uhr !!!!
Keine Neonazis in unserer Stadt!
Lüneburger MitbürgerInnen sind aufgerufen ein wirksames Zeichen für Demokratie zu setzen und zusammen friedlich gegen Neonazis zu protestieren und dafür zu sorgen, dass Naziaufmärsche in Lüneburg und anderswo nicht stattfinden. Treffpunkt: Lambertiplatz
Lambertiplatz

NPD unmittelbar vor Selbstauflösung!

Mit dem Verbot der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ scheint ein großer Stein ins Rollen gebracht worden zu sein. Wie aus Führungskreisen der NPD heute abend verlautete, werde derzeit eine Selbstauflösung durch den Bundesvorstand der NPD vorbereitet.

Dies sei bereits mit den Untergliederungen wasserdicht abgesprochen. Der Durchführung dieses Beschlusses stehe im Prinzip nichts mehr im Wege.

Udo Voigt: „Da die meisten Gliederungen und Untergliederungen nach unseren Erhebungen ohnehin bereits bis zu 90 Prozent aus Verfassungsschutzmitarbeitern bestehen und mit dem Verbot unserer Kinder- und Jugend-Kaderschmiede, der HDJ, nun kein Nachwuchs mehr zu erwarten ist, macht die Fortführung der NPD keinen Sinn mehr„.

Auch ein RECHTS-Anwalt (JR) ließ sich ungewohnt moderat vernehmen: „Ja, ich hatte bereits 1993 vor laufenden Kameras angekündigt, dass wenn es soweit wäre und wir die Macht übernähmen, Journalisten, Richter, Staatsanwälte die ersten wären, die dran glauben müssten – soweit so gut. Aber diese Mordgelüste muss ich wohl noch etwas zurückstellen. Wir werden irgendwann einmal wieder eine Partei gründen und dann sorge ich dafür, dass da keine Verfassungsschützer rein kommen! Und dann geht es los!

Das gesamte Parteivermögen solle nun der ARD zufließen, da sie die größten Anstrengungen unternommen hat Licht ins Dunkel dieser Partei zu bringen.

Den Rechten die Zähne gezeigt: HDJ endlich verboten!

Die SJD – Die Falken begrüßt das Verbot der „Heimattreuen Deutschen Jugend“. Die HDJ hat unter dem Deckmantel der Jugendarbeit Zeltlager durchgeführt, um Kinder und Jugendliche zu Nationalsozialisten zu erziehen. In den Medien wird der Sachverhalt schnell auf die drei Schlagworte „Kinder und Jugendliche“, „Zeltlager“ und „politische Organisation“ reduziert.

Als politischer Kinder- und Jugendverband legt die SJD – Die Falken Wert auf eine deutliche Abgrenzung: „politische Kinder- und Jugendarbeit ist gekennzeichnet durch Erziehung zu selbständigem und kritischem Denken“ betont Sven Frye, Bundesvorsitzender der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken. „Doch genau das haben die Kinder und Jugendlichen bei der Heimattreuen Deutschen Jugend sicher nicht gelernt!“ kritisiert Frye diese Verkürzung.

Die SJD – Die Falken begrüßt das endlich vollzogene Verbot dieser Organisation und erinnert zugleich daran, dass es dauerhafte Aufgabe bleibt, auch weiterhin „alle rechtlich möglichen Maßnahmen“ gegen Nachwuchs- und Rekrutierungsorganisationen der rechtsextremen Szene umzusetzen, um „Kinder und Jugendliche vor der ideologischen Einflussnahme durch Erziehung zu völkischer, rassistischer, nationalistischer und NS-verherrlichender Weltanschauung zu schützen“ (Zitat aus dem Beschluss der 81. DBJR-Vollversammlung im Oktober 2008 anlässlich der Unterstützung eines Verbots-Antrag).

Einen weiteren wichtigen Schritt sieht die SJD – Die Falken im Verbot der NPD und in der Beendigung der Zahlung staatlicher Gelder in Form der Wahlkampfkostenerstattungen. Das Menschen- und Gesellschaftsbild der NPD ist mit dem Grundgesetz unvereinbar. Die (sogenannte) Partei versucht, ihre faschistische Ideologie mit Gewalt zu erzwingen. Die Legalität einer solchen Partei verleiht ihrem Handeln und ihren Forderungen den Anschein von Legitimität.

„Verbote sind kein Schutz gegen rechtes Gedankengut“ so Frye weiter, „wichtig ist, dass jeder und jede Einzelne alltäglich Zivilcourage und damit den Rechten die Zähne zeigt!“

Für Rückfragen und Informationen steht Marion Kleinsorge im Bundesbüro gerne zu Verfügung.


Hintergrund:

Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen. Mit den Falken können Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Selbstorganisation erleben, ins Zeltlager fahren, politisch aktiv werden oder sich als Freiwillige in der Gruppenarbeit engagieren. Ein wichtiger Aspekt ist die Internationale Begegnung mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt. Die Falken sind in allen Bundesländern aktiv und Träger von Jugendzentren, Bildungs- und Freizeithäusern und Zeltplätzen. Seit mehr als 100 Jahren setzen sich die Falken für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein. Weitere Informationen und aktuelle Themen gibt es auf der Website: www.sjd-die-falken.de

Noch mehr Rechten noch mehr Zähne zeigen: 
Der Aktionsreader für die antifaschistische Praxis „Antifaschismus gelebt – so bunt kämpfen wir!“ stellt eine bunte Palette von Aktionsmöglichkeiten der antifaschistischen Praxis dar. Neben zahlreichen Ideen zum ‚Aufstehen und Widersetzen’ bietet er auch Hintergrundinformationen, Einblicke in die rechte Szene und eine umfangreiche Linksammlung zum Weiterlesen! Der Reader kann bestellt werden über die E-Mail-Adresse Bestellung@sjd-die-falken.de.

Kinderzeltlager in Almke

Auch für die Kinder geht es dieses Jahr wieder auf Fahrt. Das Motto: „Lasst uns die Welt auf den Kopf stellen!“

Im schönen Almke bei Wolfsburg werden wir die Zelte aufschlagen und mit Euch tolle Tage erleben. Viele spannende Aktionen und erlebnisreiche zwei Wochen liegen vor Euch.
Neben dem Baden, toben und die Welt entdecken könnt Ihr auch Eure Sommerferien in vollen Zügen genießen. Am Lagerfeuer, bei Gitarrenbegleitung und vielleicht einer spannenden Gruselgeschichte kannst Du Schule und Alltag mal vergessen…

Das Beste: In der Kinderrepublik gründet Ihr einen Zeltlagerrat und verwaltet Euch selbst. Ihr lernt wirkliche Demokratie kennen und findet bei den erwachsenen HelferInnen immer Unterstützung.

Also, nichts wie los!!!

Hier noch mal die Fakten:
Kinderzeltlager in Almke
für 6-12jährige
27.06.-11.07.2009

Teilnahmebeitrag: 265,- €

 

Anmeldung Kinder Camp [36 KB] 

Teilnahmebedingungen [44kB]

Sommerzeltlager für Jugendliche am Millstätter See

Dein Sommer – Dein Camp

Sommer, Sonne, ZeltlagerVom 19.07.-03.08.2009 findet in Österreich, am Millstätter See in Kärnten das Sommercamp für Jugendliche statt. In diesem Jahr geht es um „Medien und Demokratie“. Wir treffen uns dort auch mit den Roten Falken aus Österreich, die zeitgleich ihr Sommercamp dort veranstalten. Ab jetzt könnt ihr euch anmelden! Mehr Infos gibt es im Bezirksbüro und in der Ausschreibung, die ihr unter „Downloads“ runter laden könnt…

Hier noch mal die Fakten:
Sommercamp für Jugendliche in Österreich
Für 13-18jährige
19.07.-03.08.2009
Teilnahmebeitrag: 490,- €

Anmeldung herunterladen (36kB)

Teilnahmebedingungen herunterladen (44kB)

Bündnis nun mit eigener Homepage

Das Lüneburger „Bündnis für Demokratie / Netzwerk gegen Rechts“ hat seit heute eine eigene Web-Präsenz und kann so schnell und effektiv die (Lüneburger) Öffentlichkeit über aktuelle Vorkommnisse und Entwicklungen informieren.

„Das war schon lange überfällig für so ein breites Bündnis“ sagt Georg Gunkel-Schwaderer von den Falken. 

Die neue Homepage ist zu erreichen unter:

http://www.netzwerk-gegen-rechts.net/

Banner zum Netzwerk

Das Bündnis weist darauf hin, dass das herunterladbare Banner gern in Homepages integriert werden kann, um auf die Seite hinzuweisen.

Nazi-Aufmarsch in Lübeck

Am kommenden Samstag, dem 28.03.09 wollen Neofaschisten in Lübeck aufmarschieren. Dies soll verhindert werden. Dazu hat sich auch in der Marzipanstadt ein sehr breites Bündnis gebildet.

Alle Kirchengemeinden halten am Samstag, ab 9:00 Uhr thematisch ausgerichtete Gottestdienste ab und setzen sich anschließend in Sternmärschen in Richtung Bahnhof in Bewegung, um sich den Neonazis in den Weg zu stellen.

Also, gesammelt: Auf nach Lübeck – „Wir können sie stoppen!“

Weitere, aktuelle Infos des Bündnisses mit Klick auf den Bündnis-Button:

Logo des Bündnisses

Veranstaltungen gegen Rechts

 

Im Vorfeld der Großdemo gegen den Nazi-Aufmarsch finden in Lüneburg viele, spannende Veranstaltungen statt. Als PDF-Dokument auch herunter zu laden bei „inklusive menschenrechte„:

Datum  Beschreibung  Ort 
25.3.09,
19:00 Uhr
 
Die extreme Rechte in Norddeutschland.
Informationsveranstaltung mit der Journalistin Andrea Röpke.
Glockenhaus
 
1.4.09,
19:00 Uhr
 
Rechtsextremismus bekämpfen – Demokratie verteidigen
Mit Sebastian Edathy, MdB (SPD), Vorsitzender des Innenausschusses im Deutschen Bundestag. Ort: 
Hotel Bergström
 
2.4.09, 19:00 Uhr  Informationsveranstaltung zum Naziaufmarsch am 11.04 in Lüneburg
Nazistrukturen in Lüneburg, geplante Proteste.
Leuphana Universität,
Hörsaal 1
4.4.09, 10:00 Uhr Antifaschistische Kundgebung “Kein Bock auf Neonazis”! Am Sande
5.4.09, 11:00 Uhr Stadtrundgang: Stolpersteine in Lüneburg – Erinnerung an Lüneburger Opfer des Nationalsozialismus Geschichtswerkstatt / DGB-Haus, Heiligengeiststraße 28
5.4.09  Im Anschluss an den Stadtrundgang: Diskussionsrunde  VHS-Lüneburg, Haagestr. 4
6.4.09, 19:00 Uhr Film: Spuren Suchen
Ein Dokumentarfilm über Lüneburg zur Zeit des Nationalsozialismus. Eine Produktion des Medienzentrums der Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Lüneburg.
Kath. Kirchengemeinde St. Marien,
Friedenstraße 8
7.4.09, 19:00 Uhr Gesprächsrunde über Rechtsextremismus
Mit der bundespolitischen Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, Monika Lazar von Bündnis 90/ Die Grünen und Mitgliedern des Lüneburger Bündnis für Demokratie/ Netzwerk gegen Rechtsextremismus.
Leuphana Universität, Hörsaal 3
8.4.09, 18:00 Uhr Gedenkveranstaltung: „Alles was vergessen wird, geschieht“ Vor dem Kalandhaus in der Kalandstraße
11.4.09, 10:00 Uhr !!!!
Keine Neonazis in unserer Stadt!
Lüneburger MitbürgerInnen sind aufgerufen ein wirksames Zeichen für Demokratie zu setzen und zusammen friedlich gegen Neonazis zu protestieren und dafür zu sorgen, dass Naziaufmärsche in Lüneburg und anderswo nicht stattfinden. Treffpunkt: Lambertiplatz
Lambertiplatz

Erfurt, Emsdetten, Winnenden…

Wieder ein Amoklauf eines (ehemaligen) Schülers, wieder etliche Verletzte und Tote…

Die Bilder scheinen sich zu wiederholen, die Taten schrecken einmal mehr auf.

Aber leider wohl auch die Stereotype mit denen auf diese Grausamkeit reagiert wird.

Es liegt so nah, nach Verboten und Restriktionen zu rufen und so wird es dann auch kommen. Die wirklichen Hintergründe und Ursachen liegen aber aus unserer Sicht ganz wo anders.

Zwar werden Jugendliche gern als „Zukunft unseres Landes“ bezeichnet, aber bereits am Montag nach diesen Sonntagsreden sieht die Situation von Kindern und Jugendlichen in diesem Land deutlich bescheidener aus. Die Schule wird zum Edelknast, möglichst umfassend in ihrer zeitlichen und inhaltlichen Ausdehnung. Jugendzentren werden vom Gewährsmann des Kriminologischen Intstituts Niedersachsen, Herrn Pfeiffer, als Hort der Kriminalität und Gewalt bezeichnet und Computerspiele dafür verantwortlich gemacht, dass diese Erwachsenengesellschaft vor Gewalt strotzt!

Die Jugendphase ist einerseits geprägt von Abgrenzung gegen die überkommene Erwachsenenwelt, andererseits hält sie diesen Werten den Spiegel vor und reproduziert sie in spezifisch pointierter Weise.

Dabei gehören nicht nur solche eklatenten Taten hinterfragt, sondern vor allem auch die Lebens- und Entwicklungsbedingungen junger Menschen.
Welche Werte werden als unveräußerlich gehandelt und wie konsequent lebt diese Gesellschaft diese Unveräußerlichbarkeit vor? Gibt es nicht immer Ausnahmen? Wie steht es mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde, wenn man an Hartz IV-EmpfängerInnen oder die Situation von Flüchtlingen in diesem Land denkt? Wie sieht es konkret mit dem unveräußerlichen Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit aus, wenn man an die Nutzung der Atomkraft, die Kinderkrebsrate rund um Atomanlagen denkt?
Meist stehen Privat- und Profitinteressen vor den Grundrechten der Bevölkerung.

Strukturelle Gewalt wird in der Diskussion um Gewalt von Jugendlichen so gut wie nicht benannt. Gewalt wird so zu einem individuellen Problem einzelner Menschen gemacht.

Schaut man sich die Lebensbedingungen von Aufwachsenden jedoch einmal genauer an, so muss man feststellen, dass Kindheit und Jugend vor allem möglichst schnell und in Vorbereitung auf das „wirkliche“ Leben vonstatten zu gehen hat.

Abitur nach 12 Jahren (G8), möglichst ohne Ruhepausen, Studium bitte sehr so verschult wie möglich, damit nur keine kreativen Lösungen die überkommene Lehre in Frage stellt – lernen im Galopp!

Da aber Lernen nach ganz anderen Regeln funktioniert, als mit dem viel zitierten Trichter, Zeit braucht, wird aus solch einem Bildungssystem auch nur das kommen, was PISA und IGLU bereits bescheinigen: Ausgebrannte SchülerInnen, ausgebrannte LehrerInnen.

Die Alternativen liegen seit 100 Jahren auf dem Tisch, werden in wenigen Lernbiotopen bereits praktiziert, aber gänzlich unberührt davon bleiben aktuelle Schulkonzepte.

Aber auch dort, wo versucht wird fortschrittliche Bildungspraxis zu etablieren, planen Politiker der Niedersächsischen Landesregierung den nächsten Streich: Auch integrierte Gesamtschulen, die dadurch bei vielen Eltern an Attraktivität gewonnen haben, weil sie eben nicht das Abitur nach 12 sondern weiterhin nach 13 Schuljahren, also mit mehr Zeit für die jungen MENSCHEN ermöglichten, sollen nun auch gestutzt werden.

Einen Ausrutscher hat sich jüngst CDU-Mann Althusmann erlaubt. Nach den Jahren der Lobeshymnen für das G8 gab er bei der Ankündigung dieser Veränderung für die IGS in der Landeszeitung vom 27. Februar zum Besten: „Die ausdrückliche Bevorzugung einzelner Schulformen ist doch gar nicht zu rechtfertigen“. Aha, also ist das Abi nach 12 Schuljahren eine Benachteiligung? Wir sind froh, dass Sie nun endlich zugeben, was viele Eltern und Fachleute bereits seit Jahren sagen: G8 ist eine Verschlechterung für SchülerInnen, es verstärkt den Stress und raubt die Zeit, die Lernen einfach benötigt!

Danke für die Aufklärung, Herr Althusmann!

Die Jugendarbeit/Jugendverbandsarbeit ist ein Teil der oben genannten fortschrittlichen Bildungspraxis. Sie ist in weiten Teilen pure Bildungsarbeit, die den Kids Spaß macht, die intrinsisches Lernen begünstigt, Lernblockaden löst und ganz ohne Bewertung von Leistungen auskommt. Einzig die zeitlichen und finanziellen Ressourcen werden ihr immer weiter zusammengestrichen. Wozu auch Jugendarbeit? Wenn sowieso alles nur noch in Schule stattfindet – von morgens bis abends?!
Aber sogar Institutionen der Jugendarbeit, wie die Mobile Medienarbeit der Falken, die ausgewiesen fundierte Medienkompetenzförderung im Jugendbereich betreiben, werden so gut wie nicht mehr gefördert und das gerade vor dem Hintergrund solcher Amokläufe, nach denen regelmäßig Medienkompetenzförderung eingefordert wird…

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