aus der Presseerklärung des Arbeitskreises Gedenkkultur von heute, 9. August 2017:
Am Freitag, d. 11. August kommt um 9:00 Uhr eine Gruppe Frauen aus der Republik Weißrussland mit dem Zug aus Göttingen am Lüneburger Bahnhof an. Die sechs Frauen sind z.Z. Gäste des in Freiburg ansässigen Maximilian-Kolbe-Werks und halten sich für drei Wochen in einem Ferienheim in Duderstadt auf. Eingeladen zu diesem zweitägigen Lüneburg-Abstecher sind sie zusammen mit zwei Begleiterinnen von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes BdA“ und des Arbeitskreises Gedenkkultur.
Diese sechs Frauen im Alter zwischen 75 und 81 Jahren haben als Kinder eines der schwersten Kriegsverbrechen überlebt, das die deutsche Wehrmacht im März 1944 an der weißrussischen Zivilbevölkerung verübte. Dabei verloren sie jeweils fast die ganze Familie und mussten ihre Kindheit in Waisenhäusern verbringen. Sie wurden zusammen mit beinahe 50 000 anderen Menschen aus der Gegend um die weißrussische Ortschaft Ozarichi in verschiedene Zwischenlager deportiert und von dort aus auf einem „Todesmarsch“ in zentrale Lager getrieben, in denen sie ohne jegliche Verpflegung, Sanitäreinrichtungen und Unterkünfte interniert blieben. Es waren vor allem alte Menschen, Frauen mit Kindern und an Typhus Erkrankte, die als lebendes Schild den Vormarsch der Roten Armee aufhalten sollten. An diesem Kriegsverbrechen, das ca. 10 000 Todesopfer forderte, war auch die 110. Infanterie Division maßgeblich beteiligt, die ab 1940/41 im Raum Lüneburg aufgestellt worden war.
Mitte der 60er Jahre ließen ehemalige Angehörige der 110. Inf. Div. ein „Ehrenmal“ am Springintgut errichten und übergaben es in die Obhut der Stadt. Bis in die 1990er Jahre hinein versammelten sich an diesem Ort regelmäßig ehemalige Wehrmachtsangehörige zu „Helden-Gedenkveranstaltungen“, die von Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft, sowie der Bundeswehr unterstützt wurden. Die Verbrechen der Militäreinheit hingegen wurden verleugnet. Noch heute wird der „110er-Stein“ vom Grünflächenamt der Stadt gepflegt.
Zum Besuchsprogramm gehört ein Empfang am Freitag um 11:30 Uhr im Lüneburger Rathaus durch den Bürgermeister Dr. Scharf. Ab 15:30 Uhr findet im Kunstraum der Universität auf dem ehemaligen Gelände der Scharnhorstkaserne ein Gespräch mit Mitgliedern der Uni-Leitung und Vertretern der Studierenden statt. Nach einem Abendessen sind ab 19:30 Uhr Interessierte zu einer öffentlichen Begegnung mit den Ozarichi-Überlebenden im Hotel Stadtgespräch Am Sande eingeladen. Die Frauen aus Belarus wünschen sich, dass Menschen in Deutschland „… authentisch und nicht nur aus Büchern erfahren, was ihnen damals in ihrer Heimat angetan wurde.“
Für den Samstag ist ein touristisches Programm mit Kutschfahrt und Besuch im Kloster Lüne geplant. Danach heißt es dann Spassibo und Do swidanja – Danke und auf Wiedersehen – wenn die sechs Zeitzeuginnen um 14:29 Uhr den Zug zurück in Richtung Duderstadt besteigen.
Fazit:
Wir sind dankbar, dass die Überlebenden diese strapaziöse Reise nach Deutschland und Lüneburg auf sich nehmen als Geste der Versöhnung. Es ist zu hoffen, dass dieser Besuch und insbesondere der Empfang des Bürgermeisters ins Rathaus einen Umdenkungsprozess beim Umgang mit den Hinterlassenschaften der NS-Herrschaft im Lüneburger Stadtgebiet darstellt.
Lüneburger VVN-BdA / AK Gedenkkultur
Die Lüneburger VVN-BdA legt eine weitere Broschüre zur Geschichte der örtlichen Justiz im Nationalsozialismus vor. Sie knüpft an ihre Veröffentlichung aus dem Jahr 2016 an. Darin wurde die Justiz- und NSDAP-Parteikarriere Lüneburger Richter und Staatsanwälte während der NS-Zeit dargestellt sowie ihre meist problemlose Wiedereinstellung in den Justizdienst beim hiesigen Landgericht nach 1945, insbesondere das Personal der 4. Kammer. Die Schrift fand bundesweit Beachtung. Auch die Niedersächsische Justizministerin A. Niewisch-Lennartz empfahl sie bei einer Veranstaltung in der Lüneburger Universität am 27. Januar 2016. Nun also der zweite Teil. Er zeigt, wie das belastete Justizpersonal der politischen Kammer des Landgerichts den Kampf „gegen den Bolschewismus“ in den 1950er/60er-Jahren fortsetzte.
An diesem Wochenende (16.-18. Juni 2017) steigt wieder die große Bratwurst-, Bier- und Feiermeile „Stadtfest Lüneburg“. Eigentlich ein Grund weit, weit wegzulaufen…

Die der Landesverband der Falken, der Landesverband der Jusos und die Amadeu Antonio Stiftung machen eine Einsteiger*innenveranstaltungsreihe zum Thema Antisemitismus.


Bei bestem Mai-Wetter präsentierte sich der Tag der Arbeit heute in Lüneburg. Die engagierte Gewerkschafterin und ver.di Bundesfachgruppenleiterin Busse und Bahnen, Mira Ball, die vielen noch aus ihrer Gewerkschafter*innen-Zeit in Lüneburg bekannt ist, hielt eine engagierte Rede und begeisterte die fast 1.000 Zuhörer*innen auf der Festwiese. Anschließend versammelten sich verchiedene Akteure aus den Sozialen Bewegungen in Lüneburg auf der DGB-Bühne und hatten die Möglichkeit kurze Beiträge, Aufrufe und Statements, Arbeitsinhalten und Kampagnen den Besucher*innen vorzustellen.






















Ich weiß nicht wie richtig war die umstimmen des Südens dursch Orthodoxe Kirche! Da müßte mann ein Balace schaffen und…